Alleinunterhalter CoolCat gibt Interview

Der Solothurner Musiker und Alleinunterhalter CoolCat feiert 10-Jahre-Jubiläum

Wie sich Alleinunterhalter CoolCat im Fahrwasser von „Krokus“ zu einem der bestgebuchten Solothurner Musiker gemausert hat, weshalb auch Grossmütter seine Show lieben und warum er im Dienst der Solothurner Regierung steht. Ein Exklusiv-Interview mit Alleinunterhalter CoolCat gibt Einblick hinter die Kulissen. Und: Der Musiker verrät seine neusten Pläne einer „Hit-Comedy-One-Man-Show“!

 Von Reto Sollberger *

* Alleinunterhalter machen alles selber. Auch dieses Interview.

Nach über 100 Übungsstunden als Ganz-Alleinunterhalter im feuchten Probekeller hatte der Solothurner Musiker CoolCat vor zehn Jahren sein Debut an einer Party zum 50. Geburtstag im Bucheggberg (Solothurn) gegeben. Inzwischen hat sich CoolCat mit seiner One-Man-Show zum spezialisierten Geburtstags-Entertainer gemausert und singt „Happy Birthday“ mittlerweile auswendig! Wochenende für Wochenende, landab landauf, unterhält der Alleinunterhalter an Geburtstagsparties, Hochzeiten, Firmenevents und Vereinsanlässen, mit seinem breitgefächerten Repertoire aus den beliebtesten Kult- und Partyhits.

Das 10-Jahre-Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, mit Alleinunterhalter CoolCat zu sprechen. Den vielbeschäftigten Musiker an die Strippe zu kriegen, war indes gar nicht so einfach. Unzählige Male habe ich mich – Manager, Musiker und Agent gleichermassen – angerufen und jedes Mal war besetzt.

Dank meiner Hartnäckigkeit ist das Interview doch noch zustande gekommen. Ich habe CoolCat schliesslich spontan in seinem Büro im solothurnischen Nennigkofen besucht. Anfänglich wollte der Musiker das Gespräch nur gegen Bezahlung führen, doch mein Hinweis auf Gratis-Werbung liess ihn von einer Gage absehen!

Herr Sollberger, Sie feiern….

Nenn mich Reto, duzen wir uns!

OK, gerne, also, Reto, du feierst mit der „CoolCat One-Man-Show“ das 10-Jahre-Jubiläum als Alleinunterhalter mit einem neuen Showformat. Was hast du Neues im Köcher?

Ja, genau, ich habe diesen Herbst die „Hit-Comedy-One-Man-Show“ ins Leben gerufen.

Die „Hit-Comedy-One-Man-Show“, tönt cool, erzähl uns ein bisschen mehr…

Ganz einfach: Ich habe die beliebtesten Songs aus meinem Repertoire zusammengefasst und verbinde sie mit witzigen Sprüchen, kleinen Comedy-Einlagen und Parodien zu einer kompakten Unterhaltungs-Show. Du kannst die Show buchen zum Beispiel für Geburtstagsparties oder Firmenevents oder ganz einfach für alle Anlässe, die eine witzige musikalische Showeinlage bereichert!

Die generationenverbindende Musik-Show mit dem Spassfaktor 10 bietet einen abwechslungsreichen Songmix!

Beschreib uns deine Show!

„Let the good times roll“ ist mein Motto! Die Show bietet Live-Unterhaltung vom Feinsten: Zum Mitfeiern, Mitklatschen, Tanzen und Singen. Die generationenverbindende Musik-Show mit dem Spassfaktor 10 bietet einen abwechslungsreichen Songmix aus den beliebtesten Kulthits der letzten Jahrzehnte: Die Songperlen aus Rock’n’Roll und Oldies, Country, Schlager, Rock und den schönsten Schweizer-Hits! Ein musikalisches Feuerwerk mit witziger Moderation und Comedy-Einlagen. Da bleibt kein Fuss still und kein Auge trocken. „Kick ass“, wie mein Musikerkollege, Herr von Rohr, sagen würde, und trotzdem gepflegte und niveauvolle Unterhaltung!

Ohä, ja, Chris von Rohr, der andere berühmte Musiker vom Jurasüdfuss…Gibts Parallelen?

Nun, ich habe ab und an mit Chris Tennis gespielt, im CIS Solothurn. Das war in den Neunzigern. Und bei zwei seiner Krokus-Kollegen, Mark Kohler und Fernando von Arb, durfte ich Gitarren-Unterricht geniessen.

Zurück zu deinem neuen Angebot. Wie lange dauert denn diese Show?

Nun, du kannst sie buchen entweder in einer Show à 60 Minuten oder in zwei Blöcken à 45 Minuten, also für rund zwei Stunden. Es ist eine eher konzertante Sache und keine Hintergrundmusik. Das kommt sehr gut an, wenn die Leute nach dem Apéro und dem Nachtessen, wo ja eher leise Musik als Background gefragt ist, aktiv unterhalten werden möchten. Mit guter Musik und witzigen Einlagen für eine fröhliche Feier!

Ich spiele für ein altersmässig bunt durchmischtes Publikum.

Für wen ist diese Show geeignet?

Im Prinzip für alle, die sich und ihren Gästen die besondere Unterhaltung gönnen möchten und gerne die guten alten Songs hören, von Elvis, den Beatles und Stones, aber auch gerne den einen oder anderen Partykracher schätzen, etwa von Andreas Gabalier oder den Blues Brothers. Das ist erfahrungsgemäss ein altersmässig bunt durchmischtes Publikum. Darauf fahren sowohl 18jährige wie auch 68jährige darauf ab, das Alter ist also kein trennender Faktor. Im Gegenteil: Meine One-Man-Show ist generationenverbindend!

Doch man kann dich schon auch noch anlassbegleitend buchen?

Ja, klar! Wer mich als Alleinunterhalter für den ganzen Abend buchen möchte, also vom Apéro mit dezentem Backgroundsound bis zum fröhlichen Ausklang mit Partymusik, nur zu! Als erfahrener Alleinunterhalter bin ich es gewohnt, die Leute über mehrere Stunden bei Laune zu halten! Und mein Repertoire gibt doch ziemlich viel her, ich könnte länger spielen, als es die meisten Gäste aushielten! Also kein Problem, wenn die Leute von den Stühlen kippen, ich spiele einfach weiter!

Ich bin es gewohnt, die Leute über mehrere Stunden bei Laune zu halten…

Seit 10 Jahren bist du nun also als Alleinunterhalter unterwegs…

Ja, das ist gleich lang, wie die Beatles zusammen waren! Bald bin ich also länger im Geschäft als diese Jungs… Das ist ja das Praktische als Alleinunterhalter: Man hat nie Streit mit Bandkollegen! Ich muss mich nicht wie Keith Richards ständig über Mick Jagger aufregen! Dafür macht man ja auch alles selber: Auftritte akquirieren, das Bandmobil steuern, Equipment schleppen, Auf- und Abbauen, Unterhalten, Buchhaltung führen usw. Dafür kassiert man auch die Gage ganz alleine! Der Job als One-Man-Show bietet also auch Vorteile. Man muss sich aber schon gut selber aushalten können.

Seit zehn Jahren spielst du an Geburtstagsparties, an Hochzeiten, Firmenevents und Vereinsanlässen. Langweilst du dich nicht manchmal?

Ganz und gar nicht. Ich treffe immer wieder neue, tolle Menschen. Und jedes Fest, jeder Abend, hat seinen ganz besonderen Drive, es beginnt immer wieder bei Null. Ich muss mir die Sympathie der Gäste immer wieder von Neuem holen. Das Spiel, wie ich die Gäste auf meine Seite ziehen kann, beginnt jeden Abend wieder von vorne. Diese Herausforderung macht den Job so spannend. Und es gibt nichts Schöneres, als wenn es mir gelingt, die Menschen auf subtile Weise aus der Reserve zu holen, sie zu begeistern und für unbeschwerte Stunden, für eine gute Zeit und Happiness zu sorgen. Wenn diese magische Verbindung zwischen Musiker und Gästen entsteht. Da schwebe ich stets für den Rest des Abends zehn Zentimeter über Boden…

Bald bin ich länger im Geschäft als die Beatles!

Wie lange willst du es noch machen?

Ich halte es wie die Stones: Ich will rauskriegen, wie lange ich diesen Zirkus noch weitermachen kann. Zurzeit habe ich jedoch das Gefühl, ich sei der beste CoolCat, den es je gab! Und die neue „Hit-Comedy-One-Man-Show“ motiviert mich zusätzlich. Mal schauen, wie weit ich es damit bringe.

Gibts Anekdoten aus vergangener Zeit?

Nun, mit verrückten Geschichten wie aus dem Leben eines Rockstars kann ich als Alleinunterhalter nicht aufwarten. Amüsant und schön ist jedoch immer wieder, wie etwa gestandene Männer in Anzug und Krawatte sich neben mich stellen und Luftgitarre-spielend mitrocken! Oder wenn etwas ältere Gäste fern der 70 bei einem Song der „Toten Hosen“ übers Parkett fegen, als wären sie nochmals 20. Überhaupt, mitzuerleben, wie jung und alt an einer Geburtstagsparty oder einer Hochzeit zusammen abfeiern, ist schon was Schönes und Berührendes.

Ich werde ja ab und an auch zum 80. Geburtstag gebucht, und manchmal bin ich trotz jahrelanger positiver Erfahrung zugegeben etwas unsicher, ob ich der richtige Musiker dafür bin oder ob die nicht besser etwas Volkstümliches gebucht hätten. Und dann feiert die ganze Gesellschaft ausgelassen mit zu Songs von Elvis, den Beatles und Polo Hofer! Man muss sich vor Augen halten: Elvis wäre heute 82 und die Stones sind ja auch schon allesamt Mitte siebzig! Mein Publikum ist also auch diese Generation!

Einmal hat mir eine Dame weit in ihren Neunzigern eine Kusshand zugeworfen, weil sie offensichtlich so gerührt war von der Musik und tollen Stimmung! Haha, wo ich auftrete, heisst es oft, wie früher bei den Rolling Stones: „Eltern, holt eure Grosseltern von der Tanzfläche, CoolCat kommt!“

Spielst du denn hauptsächlich für ältere Leute?

Nein, mein Publikum ist bunt durchmischt. Ich bin oft gebucht für Parties zum 50. oder 60. Geburtstag, aber auch zum 30. oder 80. Wiegenfest. Da sind die Gäste oft zwischen 12 und 92 Jahren alt… Und an einer Hochzeit hat man es mit jüngeren Leuten zu tun so um die 25.

Ich tanze auf vielen Hochzeiten!

Du bist nun seit 25 Jahren im „Showgeschäft“. Keine Abnützungserscheinungen?

Nein, immer noch fit wie ein Turnschuh und motiviert bis in die Zehenspitzen. Ich tanze auf vielen Hochzeiten. Daher versuche ich mich frisch zu halten, setze ich mich regelmässig dem Tageslicht aus und trinke nur nachts und nie an Auftritten.

Wie hat das denn eigentlich begonnen mit der Sache als Alleinunterhalter?

Nun, es war eigentlich wie eine göttliche Eingebung, wie im Film der „Blues Brothers“. Ich hatte für meine Frau etwas erledigt in Olten, als mir eine innere Stimme sagte: „Gründe eine One-Man-Show und trage den Rock’n’Roll in die Welt hinaus!“ Nun ja, antwortete ich, wenn du es tun willst, dann musst du es tun. Also habe ich es getan und mir all das Know-How angeeignet und einfach losgelegt. Aus der Welt ist die Deutschschweiz geworden, und zum Rock’n’Roll sind auch andere Songs gekommen, zum Beispiel aus Country, Rock und Reggae sowie viele Oldies und die Schweizer Mundart Hits und eine Handvoll deutsche Schlager…

Gründe eine One-Man-Show und trage den Rock’n’Roll in die Welt!

Deutsche Schlager? Du?

Tatsächlich höre ich privat keinen Schlager, doch mein Publikum mag es, wenn ich zu den guten alten Songs ein paar kultige deutsche Schlager mische. Und das mach ich mittlerweile ganz gern und es gibt ja auch ein paar ganz gut gemachte. „Fiesta Mexicana“ nach „Rocking all over the world“ klappt prima und ist auch ganz lustig…

Welche Musik hörst du privat am liebsten?

Ich bin ein in der Wolle gefärbter Rock’n’Roller! Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Fats Domino, Elvis, die Rolling Stones! Aber auch die alten Bluesmen: John Lee Hooker, Muddy Waters, Willie Dixon… Dazu höre ich Jazz und Reggae, Johnny Cash und David Bowie, die Beatles und Bruce Springsteen, aber auch Swing, Singer-Songwriter-Kram, Americana und… halt viel so altes Zeugs… Sehr hörenswert finde ich aber auch viele junge Künstler, die Musikwelt ist halt mittlerweile sehr stark segmentiert. In Solothurn haben wir tolle junge Musiker wie etwa die Rapper Manillo oder Collie Herb, mit coolem HipHop- und Reggae-Sound und intelligenten Texten. Und immer wieder dirigiere ich – wenn niemand zuschaut – die grossen Werke klassischer Musik. Mozart hats mir ziemlich angetan.

Ich mag den Blick über den Tellerrand…

Du interessierst dich für das Musikgeschehen in deiner Umgebung?

Ja, klar, muss ich auch. Schliesslich leite ich ehrenamtlich die Fachkommission Musik des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung, die den Regierungsrat des Kantons Solothurn in der Förderung des hiesigen Musikschaffens berät. Haha, ich bin ein Rock’n’Roller im Dienst meiner Regierung! Und ich mag den Blick über den Tellerrand.

Wie bist du zum Namen CoolCat gekommen?

Weil „Hot Dog“ irgendwie schon besetzt war. Nein, im Ernst, das ist eine Reminiszenz an die alten schwarzen Helden des Jazz und Blues. Diese Musiker nannten sich „Cats“, wie Typen, ein Slangbegriff in den verrauchten Jazzclubs der dreissiger und vierziger Jahre. Und ich wollte doch schon immer so ein cooler Typ sein!

Den Traum von einer Band habe ich gelebt, 18 Jahre lang!

Zum Alleinunterhalter bist du jedoch nicht aus heiterem Himmel geworden, was hast du vorher musikalisch getrieben?

Meinen Traum von einer Band gelebt. „The Incredible Vegetables“ hiess die Truppe und war lange eine ziemlich coole Solothurner Partyband, 6 Mann plus dreiköpfige Bläser-Section. Ich hatte die Combo mit einem Freund 1993 gegründet und war 18 Jahre lang der Co-Gitarrist, Co-Leader und Co-Frontmann.

Alleinunterhalter sind ja vor allem am Wochenende im Einsatz. Was treibst du an Werktagen?

Ich lebe den Rhythmus der werktätigen Gesellschaft und bin im Gegensatz zum Musiker-Clichée meist bereits im Morgengrauen erreich- und ansprechbar. Weil ich in zwei Welten, in zwei Berufen, lebe. In jener der Akkordarbeiter für gute Laune, andererseits gehe ich wochentags brav und diszipliniert meiner zweiten Leidenschaft nach: Ich unterstütze Menschen in allen Fragen der beruflichen Selbstvermarktung und der Selbstpräsentation, ich bin ein Bewerbungscoach.

Wir kommen zur letzten Frage und blicken nach vorne: Welches ist dein Wunsch für die Zukunft?

Dass ich weitermachen kann wie bis anhin. Es mag abgedroschen klingen, aber wichtig ist einzig, gesund zu bleiben, der Rest ergibt sich mit ein paar Eingriffen hie und da von selbst…

Reto, wir danken mir für dieses Interview!

Ja, gerne geschehen, ich danke mir auch.